Stressbewältigung

Nicht die Dinge an sich sind es, die uns beunruhigen, sondern die Meinung, die wir von den Dingen haben.

Epiktet

Was löst bei dir Stress aus? Ein übervoller Terminkalender, zwischenmenschliche Konflikte, Misserfolge, Druck von Kolleg*innen und Vorgesetzten, Zeitnot, Anforderungen im Privat-/Familienleben, jemanden enttäuschen zu müssen, es nicht allen Recht machen zu können, unvorhergesehene Ereignisse etc … Worauf wir besonders sensibel reagieren ist Typsache, es hat viel mit unseren inneren Ansprüchen – unserer Sicht der Wirklichkeit – zu tun. Ebenso individuell ist unsere Stressreaktion, die auf mehreren Ebenen stattfindet.

Ständig Stress zu haben gilt inzwischen als normal, hat man ihn nicht, gerät man leicht in Verdacht kein erfolgreiches oder ausgefülltes Leben zu haben. Übermäßiger Stress verstellt uns jedoch den Blick für das Schöne am Leben. Genießen fällt uns schwerer, weil wir ständig mehr oder weniger in Alarmbereitschaft sind. Ebenso können körperliche Beschwerden auftreten, da unser Organismus nicht für Dauer-Stress ausgerichtet ist.

Wie entsteht übermäßiger Stress und was ist das Problem daran?

In Kürze erklärt: Stress ist zunächst eine Reaktion des Körpers auf einen Reiz, der im Gehirn als mögliche Bedrohung bewertet wurde. Je weniger wir uns der Anforderung gewachsen fühlen, desto stärker fällt die Stressreaktion aus. Auf der Ebene des vegetativen (autonomen) Nervensystems läuft dann ein uraltes Überlebensprogramm zur Vorbereitung auf Kampf oder Flucht ab (auch wenn uns diese Strategien heute selten weiterhelfen). Die akute Stressreaktion bewirkt eine Aktivierung auf der Ebene der Atmung, der Herschlagrate, der Muskelspannung, der Gehirnleistung etc. Dieser höchst effektive Mechanismus ist eher für kurzfristige Situationen ausgelegt, in denen es ums Überleben geht. Sobald die Situation vorbei ist, schaltet der Organismus wieder auf Regeneration um. Diese kurzfristige Stressreaktion hat für den Organismus keine schädlichen Folgen.

In der heutigen Zeit können wir unsere Stressoren, jedoch häufig nicht kurzfristig bewältigen. Arbeitsdruck, Zeitnot, soziale Konflikte, Straßenverkehr, Reizüberflutung, hohe Ansprüche in verschiedenen Lebensbereichen u.a. sind oft ständig wiederkehrende Stressoren, die sich im Alltag summieren. Wir stehen unter latentem Dauerstress, den wir oftmals nicht einmal bemerken, weil wir uns schon daran gewöhnt haben. Die Wahrnehmung für unser Ruhebedürfnis nimmt ab, und selbst wenn wir eigentlich entspannen könnten, kommen wir nicht mehr so leicht „runter“. Im Körper gerät die Stressregulation durcheinander, z.B. ist die Konzentration des Stresshormons Kortisol im Blut ist dauerhaft erhöht. Es kommt leicht zu chronischem Stress.

Die Stressreaktion des Körpers ist an sich ein lebensnotwendiger Schutzmechanismus zur Abwehr äußerer Gefahren. Die körperliche Stressreaktion läuft aber auch bei vergleichsweise harmlosen Stressoren grundlegend gleich ab. Dauerhafter Stress bringt den Organismus in ein schädliches Ungleichgewicht, da die wichtigen Regenerationsphasen zu kurz kommen.

Die Folge dieses Ungleichgewichts auf Seiten der Aktivierung im Verhältnis zur Regeneration sind häufig Stress-Symptome, die sich auf körperlicher, mentaler und emotionaler Ebene zeigen können.

Beispiele für häufige Stresssymptome:

  • Erschöpfung
  • Schlafstörungen
  • Verdauungsstörungen
  • Verspannungen/ Rücken- und Kopfschmerzen
  • Gereiztheit/ Niedergeschlagenheit/ Lustlosigkeit
  • sozialer Rückzug
  • Abnahme der Konzentrationsfähigkeit
  • hoher Blutdruck
  • Fehlregulation des Immunsystems

Langfristig können als Stressfolge Burn-out sowie weitere Erkrankungen auftreten. Chronischer Stress verdoppelt bspw. das Risiko für das Auftreten eines Herzinfarkts und einer Depression. (vgl. Kaluza 2014)

Was können wir dagegen tun?

Stress ist kein unvermeidliches Übel! Wir können in unser persönliches Stressgeschehen auf unterschiedlichen Ebenen eingreifen und die Kontrolle zurückgewinnen. Ich arbeite nach einem wissenschaftlich gestützten Stresspräventionsprogramm (nach Reschke/Kaluza), das auf mehreren Ebenen ansetzt.

Multimodales Stressmanagement

Das Ziel ist es langfristig das persönliche Bewältigungsrepertoire im Umgang mit Stress zu erweitern und eine Strategie gegen übermäßigen Stress zu entwickeln.

Das Thema Stressbewältigung kann zum einen im Rahmen eines persönlichen Coachings erarbeitet werden. Hier hast du den Vorteil, dass wir intensiv und zielgerichtet an deinen persönlichen Problemstellungen arbeiten können. Die Anzahl der Sitzungen liegt bei dir.

Außerdem biete ich zertifizierte Präventionskurse in kleinen Gruppen an (6-8 Teilnehmende), die von den teilnehmenden gesetzlichen Krankenkassen gefördert werden. Diese laufen über einen Zeitraum von 10 Wochen und bieten so einen guten Rahmen, um sich grundlegend mit dem eigenen Stressgeschehen zu beschäftigen und neue Handlungsmuster zu etablieren. Am 31.05.2021 beginnt der nächste Präventionskurs.