Stressbewältigung

Was löst bei dir Stress aus? Ein übervoller Terminkalender, Konflikte, Misserfolge, Druck von Kollegen/ Vorgesetzten, Zeitnot, Anforderungen im Privat-/Familienleben, unvorhergesehene Ereignisse… Die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Worauf wir besonders sensibel reagieren ist Typsache, es hat viel mit unseren inneren Ansprüchen – unserer Sicht der Wirklichkeit – zu tun. Ebenso individuell ist unsere Stressreaktion, die auf mehreren Ebenen stattfindet.

Ständig Stress zu haben gilt inzwischen als normal, hat man ihn nicht, gerät man leicht in Verdacht kein erfolgreiches oder ausgefülltes Leben zu haben. Übermäßiger Stress verstellt uns jedoch den Blick für das Schöne am Leben. Genießen fällt uns schwerer, weil wir ständig mehr oder weniger in Alarmbereitschaft sind.

Wie entsteht übermäßiger Stress und was ist das Problem daran?

In Kürze erklärt: Stress ist zunächst eine Reaktion des Körpers auf einen Reiz, der im Gehirn als mögliche Bedrohung bewertet wurde. Je weniger wir uns der Anforderung gewachsen fühlen, desto stärker fällt die Stressreaktion aus. Auf der Ebene des vegetativen (autonomen) Nervensystems läuft dann ein uraltes Überlebensprogramm zur Vorbereitung auf Kampf oder Flucht ab. Die akute Stressreaktion bewirkt eine Aktivierung auf der Ebene der Atmung, der Herschlagrate, der Muskelspannung, der Gehirnleistung etc. Dieser höchst effektive Mechanismus ist eher für kurzfristige Situationen ausgelegt, in denen es ums Überleben geht. Sobald die Situation vorbei ist, schaltet der Organismus wieder auf Regeneration um. Diese kurzfristige Stressreaktion hat für den Organismus keine schädlichen Folgen.

In der heutigen Zeit können wir unsere Stressoren, jedoch häufig nicht kurzfristig bewältigen. Arbeitsdruck, Zeitnot, soziale Konflikte, Straßenverkehr, Reizüberflutung, hohe Ansprüche in verschiedenen Lebensbereichen u.a. sind oft ständig wiederkehrende Stressoren, die sich im Alltag summieren. Wir stehen unter latentem Dauerstress, den wir oftmals nicht einmal bemerken, weil wir uns schon daran gewöhnt haben. Die Wahrnehmung für unser Ruhebedürfnis nimmt ab, und selbst wenn wir eigentlich entspannen könnten, kommen wir nicht mehr so leicht „runter“. Im Körper gerät die Stressregulation durcheinander, z.B. ist die Konzentration des Stresshormons Kortisol im Blut ist dauerhaft erhöht.

Die Folge dieses Ungegleichgewichts auf Seiten der Aktivierung im Verhältnis zur Regeneration sind häufig Stress-Symptome, die sich auf körperlicher, mentaler und emotionaler Ebene zeigen können.

Beispiele für häufige Stresssymptome:

  • Erschöpfung
  • Schlafstörungen
  • Verdauungsstörungen
  • Verspannungen/ Rücken- und Kopfschmerzen
  • Gereiztheit/ Niedergeschlagenheit/ Lustlosigkeit
  • sozialer Rückzug
  • Abnahme der Konzentrationsfähigkeit
  • hoher Blutdruck
  • Fehlregulation des Immunsystems

Langfristig können als Stressfolge Burn-out sowie weitere Erkrankungen auftreten.

Was können wir dagegen tun?

Stress ist kein unvermeidliches Übel! Wir können in unser persönliches Stressgeschehen auf unterschiedlichen Ebenen eingreifen und die Kontrolle zurückgewinnen. Ich arbeite nach einem wissenschaftlich bewährten Stresspräventionsprogramm (nach Reschke/Kaluza). Die Säulen des multimodalen Stressmanagement umfassen im wesentlichen:

  • Instrumentelles Stressmanagement: setzt bei den Stressoren (Stressauslösern) an und hat zum Ziel, diese zu reduzieren oder ganz auszuschalten.
  • Mentales Stressmanagement: betrifft die Auseinandersetzung mit den eigenen stressfördernden Einstellungen und Motiven (innere Stressverstärker), da Stress immer erst durch unsere Bewertung einer Situation entsteht.
  • Regeneratives Stressmanagement: Regulierung der physiologischen und psychischen Stressreaktion durch kurzfristige (Akut-Maßnahme) und langfristige Methoden. Hier geht es vor allem darum, wie wir für ausreichend Ausgleich und Erholung im Alltag sorgen. Auch die gezielte Entspannung durch Entspannungsverfahren kann dazu gehören.

Das Ziel ist es langfristig das persönliche Bewältigungsrepertoire im Umgang mit Stress zu erweitern.

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